Das Automobil ist eine der wichtigsten Erfindungen überhaupt. 140 Jahre gibt es das Auto inzwischen schon.
Eine Kutsche, die ganz ohne Pferd durch die Straßen rattert, dafür aber nach Benzin stinkt? Wofür soll das denn gut sein? Als sich in Deutschland das erste Fahrzeug dank eines Motors anstatt eines Pferdegespanns in Bewegung setzte, waren die Leute nicht gerade begeistert. „Die ersten Autos stießen eher auf Gelächter als auf große Begeisterung“, erklärt Ulrich Kubisch. Er ist Experte im Technischen Museum Berlin und kennt sich mit der Geschichte des Autos aus. „Die Menschen staunten zwar über die neumodische Idee. Aber sie war ihnen zunächst nicht praktisch genug. Und außerdem viel zu teuer.“
Vorerst war das Auto nur ein Vergnügen für die Reichen. Es dauerte ein paar Jahre, bis die Fahrzeuge zuverlässiger und robuster und dadurch alltagstauglicher werden sollten. Genau so ein Wagen wurde zuerst im Land USA gebaut: Es war das T-Modell der Marke Ford. Und weil der T so rasch und in großer Zahl in Fabriken hergestellt wurde, kostete er auch nicht allzu viel Geld.
Der Anfang vom Ende: das Fließband
Was in den USA der Ford schaffte, erreichte bei uns der Käfer der Marke Volkswagen: Er sollte ein Wagen für das Volk sein. Der kleine Käfer hielt eine Menge aus und war unheimlich praktisch. Die Leute wurden durch ihn so mobil wie nie: Sie konnten mit ihm zum Beispiel Familienausflüge in andere Länder unternehmen.
So entwickelte sich das Automobil doch noch zur Erfindung für die Massen. Immer mehr Leute begeisterten sich für die praktische und bequeme Art zu reisen. Und natürlich auch für die Geschwindigkeit. „Mit dem Auto kamen die Leute schneller und sicherer von A nach B“, sagt Ulrich Kubisch. Die Motoren, Reifen und Bremsen wurden immer vollkommener. „Bis schließlich jeder so eine Zeit-Spar-Maschine haben wollte.“
Doch das Fahren sollte nicht nur nützlich sein. Die Leute sollten auch Spaß dabei haben. So wurden schnellere und elegantere Modelle gebaut. Andere waren größer und stärker. In allen Formen und Farben stellten Autofirmen Kleinwagen, Sportwagen oder Geländewagen her. Für so ziemlich jeden Wunsch gab es ein Auto auf dem Markt. Fast überall hatte man die Liebe zum Automobil entdeckt.
Hoffnung Elektroauto
Heute ist das Auto nicht mehr aus unserer Welt wegzudenken. Trotzdem gehen wir ein wenig anders damit um als früher. Das Auto ist nicht mehr nur spaßig. Es ist auch als Dreckschleuder und Klimaschädling bekannt, das ganz schön teuer werden kann. Die Hersteller achten deshalb heute darauf, dass ihre Fahrzeuge Sprit sparen und die Umwelt weniger stark belasten.
Viele Hersteller arbeiten an anderen Antrieben. So fahren Elektroautos mit Strom statt mit Benzin oder Diesel. Auch die Technik in den Autos wird immer ausgefeilter. Computer sollen das Steuern der Fahrzeuge erleichtern und sicherer machen. Vielleicht fahren Autos bald von ganz allein. Die Reise dieser außergewöhnlichen Erfindung ist noch lange nicht zu Ende.
Wer hat’s erfunden?
Vielleicht waren die beiden Tüftler Carl Benz und Gottlieb Daimler nicht die Erfinder des Autos. Aber sie legten mit ihren Ideen den Grundstein für das Zeitalter des Automobils. Man könnte sagen: Die beiden Männer sind die Wegbereiter der Auto-Industrie.
Carl Benz hatte 1886 das weltweit erste Auto gebaut. Mit drei Rädern, einem kleinen Motor und einer Kurbel statt eines Lenkrads. So sah das erste Auto mit dem Namen „Benz Patent-Motorwagen“ aus. Benz‘ Frau Berta bewies den Leuten mit einer kühnen Autofahrt von der Stadt Mannheim nach Pforzheim, dass man mit der Erfindung weiter reisen kann als mit einer Pferdekutsche.
Der kleine und leichte Verbrennungs-Motor brachte deutlich mehr Leistung als ein Pferdegespann. Den Motor hatten ein Jahr zuvor Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach erfunden. Deshalb gehören auch die beiden Herren neben Carl Benz zu den Vätern des Automobils.
Text und Foto: Philipp Brandstädter,
zunächst erschienen über dpa Nachrichten für Kinder, Januar 2016
Quellen:
AWE Stiftung Geschichte Automobil
Andere Geschichten aus dem Alltag: