Schädel eines T-Rex

Dinos Leben einhauchen: So wird eine Spiele-App programmiert

Mit ihrem Smartphone verbringen die meisten Leute viel Zeit. Teilweise werden die Geräte auch zum Spielen genutzt. Hinter solchen Spielen arbeiten Leute mit mehreren Aufgaben.

Das Spiel zeigt eine Landkarte mit Flüssen, Wäldern und einem Vulkan. Ein paar Dinosaurier laufen dort herum. Klickt man auf die bunten Zeichen, die dort verteilt sind, öffnen sich verschiedene Spiele. Mal muss man Knochen ausgraben, mal Dinos bemalen, mal ihr Gewicht erraten. Das alles funktioniert, indem man mit dem Finger auf dem Smartphone oder Tablet tippt und wischt. Doch wie funktioniert das?

«Damit ein Spiel so aussieht und spielbar ist, laufen viele Arbeitsschritte zusammen», erklärt Julian Viezens. Er hat an dem Dinospiel als Programmierer mitgearbeitet. Diese vielen Schritte werden natürlich nicht durch eine Person übernommen. Wie etwa bei einem Filmdreh steht ein ganzes Team hinter so einem Projekt.

Design, Story, Animation

Zunächst denken sich Spiele-Designer eine Spieleidee aus. Sie legen fest, worum es geht, wie man gewinnt oder verliert und was Spaß machen soll. Sie planen die Figuren und Level. Dann sind die Autoren dran. Sie schreiben Geschichten, Dialoge und Texte, die im Spiel vorkommen. Das Dinospiel zum Beispiel beinhaltet Informationen zu den einzelnen Urzeit-Tieren und Pflanzen. «Wir haben alle Infos von Experten der Paläontologie checken lassen», erzählt Julian Viezens. «Außerdem haben Kinder aus vielen Ländern alle Texte in 12 Sprachen eingesprochen, sodass man sich die Texte vorlesen lassen kann.»

Figuren, Gegenstände und Landschaften werden von Zeichnerinnen und Zeichnern gemalt. Die einzelnen Arbeitsschritte kann man im Dino-Spiel sogar nachspielen. «Unser Dinozeichner Benny hat erst Skizzen angelegt. Danach fertigte er sogenannte Maskierungen für die Farben, Federn und Fell an.» Diese Maskierungen liegen wie Folien übereinander und ergeben ein ganzes Dinobild. In der App kann man alle Dinos nach Lust und Laune einfärben und mit Gefieder verzieren.

Doch in einem Computerspiel sollen sich die Bilder natürlich auch bewegen. Das erledigt die Animation. Sie sorgen dafür, dass Figuren laufen und fliegen, oder dass Objekte fallen und explodieren. «Unser Animator Hans sitzt dabei an einem Computerprogramm», erklärt Julian Viezens weiter. «Er baut in die Dinozeichnung unsichtbare Knochen und Gelenke hinein. Am Ende kommt so etwas wie eine bewegliche Marionette heraus.» Diese programmierte Dinopuppe bewegt sich dann nach bestimmten Gesetzen der Physik. So haucht der Animator den Bildern Leben ein.

Das dauert auch mal Jahre

Für die Geräusche ist ein Sounddesigner zuständig. Der komponiert etwa Musik und nimmt die Töne auf, die im Spiel vorkommen. «Für die Dino-App hat unser Sounddesigner verschiedene Tiergeräusche zusammengemischt», erzählt Julian Viezens. «Manchmal hat er dafür sogar selbst ins Mikrofon geschrien.»

Zum Schluss war dann Julian als Programmierer zuständig. «Ich habe dafür gesorgt, dass alle Figuren und Objekte auch das tun, was sie tun sollen.» Das funktioniert mit vielen Befehlen in einem weiteren Computerprogramm zusammen. Sie alle müssen miteinander zusammenspielen, damit in dem Spiel auch nichts schief geht.

Für das Dinospiel hat das gesamte Team etwa neun Monate gebraucht. Das war vergleichsweise schnell. Es kann auch Jahre dauern, bis ein Spiel fertig ist. Die viele Arbeit kostet natürlich Geld. Darum muss man die meisten Spiele auch kaufen, damit sich die Sache für die Entwickler lohnt. Für das Dinospiel gab es aber auch Geld aus einer Stiftung. Denn in der Dino-App steckt so viel Wissen, dass man das Spiel unterstützen wollte. In manchen Schulen wird sie im Unterricht genutzt.

Von wegen Kinderkram

Oft heißt es, Computerspiele seien nur etwas für Kinder. Aber Umfragen haben gezeigt: In Deutschland spielt über die Hälfte der Leute regelmäßig, sowohl die Jungen als auch die Alten. Jeder fünfte Person, die Computerspiele mag, ist älter als 65 Jahre alt.

Zum Spielen benutzen die Deutschen hauptsächlich ihr Smartphone. Sie sind auch bereit Geld dafür zu zahlen. Weltweit machten die Spieleentwickler zuletzt so viel Geld wie die Filmemacher und der Buchmarkt zusammen.

Text und Foto: Philipp Brandstädter,
zunächst erschienen über dpa Nachrichten für Kinder, Februar 2026

Quellen:

Dinodino

Umsatz Videospiele

Andere Geschichten aus dem Alltag:

140 Jahre Auto

ChatGPT in der Schule

Alles aus Milch

Unsere Maßeinheiten

Mehr

Lauter Sprünge machen: Joggen, aber richtig

140 Jahre Auto: Ein Motor, ein Satz Reifen, ein Riesenerfolg

Was wäre, wenn: Ohne Mond wäre unsere Erde unbewohnbar

Schlauer mit Google: So benutzt man Suchmaschinen richtig

Weitere Geschichten

Mit dem Dunklen leben

George Michael hat mein Leben zerstört

Die Bergmannsche Regel

Geist der Berge: Der geheimisvolle Schneeleopard