Die Donau ist zwar nicht der längste Fluss Europas. Dafür hat er die größte Bedeutung für die Wirtschaft. Denn die Donau fließt durch viele Länder und verbindet noch mehr Städte miteinander.
Als kleines Bächlein im Schwarzwald nimmt sie ihren Lauf. Von dort aus gewinnt sie mehr und mehr an Wasser und fließt nach Osten bis zum Schwarzen Meer. Die Flüsse, die sie speisen, kommen aus 19 Ländern! Etliche Städte liegen an ihr. Darunter auch Hauptstädte wie Belgrad, Budapest, Bratislava oder Wien. Die Rede ist von der Donau.
Über 2800 Kilometer fließt die Donau durch Europa. Damit ist sie zwar nur der zweitlängste Fluss des Kontinents. Denn die Wolga in Russland ist noch länger. Aber dafür ist die Donau der internationalste Fluss der Welt. Denn kein Fluss berührt oder fließt durch mehr Staaten: zehn sind es insgesamt.
Wirtschaft in Europa
„Viele Menschen in Europa nutzen die Donau schon lange für den Transport“, sagt der Wasserstraßen-Experte Jürgen Schillinger. Sowohl die alten Griechen als auch die alten Römer segelten schon auf ihr, um Lebensmittel, Metalle, Salz, Felle oder auch Bernstein zu befördern. „Als es noch keine Züge, Autos und Flugzeuge gab, waren Wasserstraßen für den Transport umso wichtiger“, erklärt der Fachmann dazu. Darum gilt der Fluss auch als eine der ältesten Handelsrouten überhaupt.
So wurde die Donau sehr bedeutend für die Wirtschaft in Europa. Und das nicht nur für die Gesellschaft für Dampfschiffe und seine Kapitäne, wie wir es von dem langen Kofferwort Donaudampfschiffahrtssgesellschaftskapitän kennen. Mit der Zeit sollten mehr Schiffe noch mehr Fracht über die Donau zu schippern. Und das möglichst sicher. Doch dazu musste der Fluss an manchen Stellen gezähmt werden.
Das bedeutet: Die Menschen begradigten hier und dort die Ufer des Flusses oder schütteten Deiche auf. So beeinflussten sie, wie schnell und wo entlang das Wasser fortan strömen sollte. Auch wurden tiefere Fahrrinnen für die Schiffe ins Flussbett gegraben und Mauern an den Ufern errichtet, die die Donau sozusagen zusammendrücken. Dadurch stieg der Wasserspiegel, sodass größere Schiffe auf der Donau fahren konnten. Über den Main-Donau-Kanal und den Rhein kommen diese dann bis zur Nordsee und hinaus aufs Meer.
Wichtiger Lebensraum
„Als internationale Wasserstraße ist die Donau frei befahrbar“, sagt Jürgen Schillinger. Auf anderen Flüssen ist das anders. Oft muss man Geld bezahlen, um mit einem Schiff auf einem Fluss fahren zu dürfen. Doch weil die Donau nicht eindeutig zu einem Staat gehört, bleibt sie kostenfrei. Auch deshalb werden so viele Güter auf dem Fluss transportiert.
Wer nicht an einem großen Fluss wohnt, bekommt das gar nicht mit. Das würden wir aber, wenn die ganzen Waren statt auf dem Wasser über unsere Straßen befördert würden. Dazu muss man wissen: Ein großes Transportschiff kann so viel Fracht transportieren wie etwa 100 Lkw. Kaum vorstellbar, wie viel mehr Lastwagen die Straßen verstopfen würden, wenn die Schiffe nicht unterwegs wären.
Die Donau ist aber nicht nur für den Schiffsverkehr da. Der Fluss ist auch ein wichtiger Lebensraum. Allein in Deutschland schwimmen über 50 Fischarten im Wasser. An den Auen, Wiesen und Wasserflächen am Fluss nisten etliche Vogelarten und leben Säugetiere wie Biber, Otter und Fledermäuse. Darum setzen sich Gruppen dafür ein, dass der Lebensraum für Tiere und Pflanzen berücksichtigt wird. Die Donau ist eben für alle da.
Eselsbrücke über den großen Fluss
Kennst du den Spruch? Iller, Lech, Isar, Inn, fließen rechts zur Donau hin. Wörnitz, Altmühl, Naab und Regen kommen ihr von links entgegen. So oder leicht vereinfacht geht ein Merkspruch, den viele aus dem Erdkunde-Unterricht kennen. Er hilft dabei, sich die Nebenflüsse der Donau zu merken. Man kann ihn auch noch ergänzen mit: Brigach und Breg bringen die Donau zuweg.
Zur Erklärung: Die Flüsse Brigach und Breg in Baden-Württemberg sind die Quellflüsse der Donau. Sie reichen sie erst zu einem größeren Fluss an. Danach fließt die Donau nach Osten. Die Nebenflüsse der Donau münden also ganz nach der Reihenfolge des Merkspruchs. Die Flüsse, die von Süden einmünden, kommen von der Fließrichtung aus gesehen von rechts. Die Flüsse, die von Norden in die Donau fließen, kommen von links.
Um alle Nebenflüsse aufzuzählen, müsste der Merkspruch allerdings ein kleines bisschen länger sein. In die Donau münden allein über 30 Flüsse, die länger als 100 Kilometer sind.
Text und Foto: Philipp Brandstädter,
zunächst erschienen über dpa Nachrichten für Kinder, August 2023
Quellen:
Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt
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