Schädel eines T-Rex

Gegen das Artensterben: Wir brauchen die Vielfalt

Tiere und Pflanzen verschwinden von unserer Erde. Oft hat das mit uns Menschen zu tun. Doch wir können etwas gegen das Artensterben tun.

Mammuts, Säbelzahntiger und Riesenfaultiere kennen wir nur noch aus Trickfilmen. Im echten Leben sind diese Tiere längst ausgestorben. Von andere Arten gibt es nur noch wenige Tiere: der Eisbär, das Nashorn oder der Tiger etwa. Gibt es kaum noch Tiere, die Nachwuchs zeugen können, dann sind sie vom Aussterben bedroht.

Dass sich manche Arten durchsetzen und andere verdrängen, ist ganz normal. Manchmal gibt es dann zu wenig Nahrung für alle. Oder neue Feinde tauchen auf. Manchmal verändert sich auch das Klima ungünstig. Das ist Teil der Natur. Doch seit es den Menschen gibt, hat sich etwas verändert: Arten verschwinden viel schneller als ohne den Menschen. Fachleute sprechen darum von einem großen Artensterben. Und wir Menschen sind verantwortlich dafür.

Biologische Vielfalt

«Der Mensch verursacht gerade das größte Artensterben seit der Zeit der Dinosaurier», erklärt die Biologin Anne Hanschke. «Wir können zum Beispiel beobachten, dass sehr viel weniger Insekten durch die Luft schwirren.» Auch gibt es viel weniger Frösche, Kröten und Molche in Teichen und Tümpeln. «Andere Arten schwinden zunächst fast unmerklich, etwa Lebewesen im Boden.» Doch offenbar sind auch Käfer und Würmer in der Erde sowie Flechten, Pilze und Pflanzenarten zum Teil bedroht.

Dieser Rückgang der biologischen Vielfalt hat mehrere Gründe: «Zunächst verlieren Tiere und Pflanzen ihren Lebensraum», erklärt die Expertin. «Weil die Menschen so viele Felder anlegen, Wälder roden und Städte bauen, zerstören und zerschneiden sie die natürlichen Lebensräume der Arten.» Diese sind dadurch von Futter und Artgenossen abgeschnitten. In den Meeren schwinden die Arten, weil etwa zu viele Fische gefangen werden. Auch der Klimawandel und die Verschmutzung der Umwelt durch Gifte, Plastik und Dünger sind große Probleme.

Wichtige Aufgaben

Wenn Wälder abgeholzt, Flüsse verschmutzt und Meere überfischt werden, ist das nicht nur schlecht für die wilden Tiere und Pflanzen. Auch wir Menschen hängen von ihnen ab. Denn im Kreislauf der Natur erfüllen sie alle wichtige Aufgaben. So reinigen Pflanzen die Luft und liefern Sauerstoff zum Atmen. Fliegende Insekten bestäuben Pflanzen. Drei Viertel unserer Nahrungsmittelpflanzen sind dafür auf Bienen, Falter und andere Tiere angewiesen.

Auch ganze Wälder brauchen wir, weil diese Wasser speichern und die Erde kühlen. Fische und Amphibien wie Frösche halten die Gewässer sauber. «Wenn eine Art verschwindet, ist das wie bei einem Turm aus Bauklötzen», sagt Anne Hanschke. «Zieht man zu viele Steine unten heraus, wird der Turm wackelig und droht zusammenzubrechen.» Wann das passiert, weiß man aber erst, wenn es schon geschehen ist.

Darum kämpfen manche Menschen gegen das Artensterben an. Sie setzen sich dafür ein, dass Wälder erhalten, Flüsse gesäubert und bedrohte Tiere geschützt werden. Auch wir können helfen. Etwa, indem wir Müll vermeiden, weniger kaufen und verschwenden oder auch im Garten insektenfreundliche Pflanzen wachsen lassen. So können wir dafür sorgen, dass es auch weiterhin um uns summt, brummt und flattert.

Tierische Pumpe

Wale spielen eine wichtige Rolle in den Meeren. Fachleute sprechen auch von der Walpumpe. Das bedeutet: Wale fressen in der Tiefe der Meere und bringen Nährstoffe nach oben. Durch ihre Aktivität bewegen die Wale sozusagen Dünger durch die Wassermassen.

Kleinste Lebewesen wie etwa das Phytoplankton leben von diesen Nährstoffen. Sie wiederum stellen die Hälfte des Sauerstoffs in unserer Luft her, schätzen Experten. Außerdem ist das Plankton das Futter für Krebstiere und Fische. Ohne Wale gäbe es also weniger Nährstoffe im Wasser, weniger Plankton an der Oberfläche, und somit insgesamt weniger Leben.

Text und Foto: Philipp Brandstädter,
zunächst erschienen über dpa Nachrichten für Kinder, Mai 2026

Quellen:

Insektenvielfalt

Nabu Artenschutz

WWF Artenschutz

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