Nordlicht

Ist da draußen jemand? Auf der Suche nach außerirdischem Leben

Gibt es außerirdisches Leben? Forscher suchen mit Teleskopen und Raumsonden nach Spuren. Ein Experte erklärt, was wir genau finden wollen.

Es ist die vielleicht spannendste Frage, die sich Forschende stellen: Sind wir allein im Universum? Viele Leute schauen nachts in den Sternenhimmel und fragen sich, ob es außerirdisches Leben gibt. Werden wir irgendwann einmal von Galaxie zu Galaxie reisen, um fremde Welten zu entdecken, wie im Film?

Noch ist diese Art durchs All zu Reisen unmöglich. Dafür ist der Weltraum einfach zu groß. Mit unserer heutigen Technik haben wir es gerade mal geschafft zum Mond und zum Mars zu fliegen. Wir bräuchten ein Raumschiff, das so schnell ist wie das Licht. Mit dem würde allein schon der Flug zur nächstgelegenen Sonne etwa vier Jahre dauern.

Schauen statt fliegen

«Da wir nicht hinfliegen können, machen wir uns von der Erde aus auf Spurensuche», erklärt der Weltraumforscher Prof. Hakan Kayal. «Mit modernen Teleskopen untersuchen wir erdähnliche Planeten auf Hinweise nach Leben.»

Damit auf diesen sogenannten Exoplaneten Leben entstehen kann, so wie wir es kennen, müssen mehrere Bedingungen stimmen: Der Planet braucht zunächst eine schützende Lufthülle. Es sollten Temperaturen herrschen, bei denen Lebewesen weder erfrieren noch verbrennen. Außerdem darf die Schwerkraft des Planeten nicht zu stark sein. Ein besonders wichtiger Hinweis wäre flüssiges Wasser. Denn darin könnten sich winzige Teilchen und Zellen bewegen und begegnen.

Doch wenn es außerirdisches Leben geben würde: Wie würde das dann aussehen? Wären es außerirdische Bakterien, Würmer oder grüne Männchen? Wären sie so intelligent, dass man sich mit ihnen austauschen könnte? Oder wären sie vielleicht viel fortschrittlicher als wir, so dass sie unsere Erde besuchen könnten?

Zu weit weg

So ein Besuch ist schwer vorstellbar. Die Entfernungen von Stern zu Stern sind riesig, selbst wenn wir in Lichtjahren messen. Im Vergleich zu den riesigen Dimensionen von Raum und Zeit im All ist unsere Menschheitsgeschichte nur ein winziger Augenblick. Das bedeutet: Selbst wenn wir von intelligentem Leben auf einem anderen Planeten wüssten, könnten wir uns um Jahrtausende oder gar Jahrmillionen verpassen.

Doch nehmen wir mal an, eine außerirdische Lebensform könnte Raum und Zeit tatsächlich überwinden. «Dann wäre sie wohl so viel klüger und so anders als wir, dass wir sie mit unseren Sinnen vielleicht nicht einmal wahrnehmen könnten», sagt Hakan Kayal. Darum meint der Forscher: Wir sollten nicht nur nach den Hinweisen auf Leben suchen.

Wir sollten auch auf Signale achten, die wir nicht verstehen und etwa nur für Störungen beim Messen halten. «Das könnten ungewöhnliche oder sich wiederholende Muster sein», erklärt der Forscher. «So wie ein weit entferntes Schiff, das auf dem Meer Wellen hinterlässt. Wir spüren die Wellen auch dann, wenn wir das Schiff gar nicht sehen können.»

Außerirdische Pupse

Weltraumforschende untersuchen Exoplaneten nach Leben. Mit speziellen Teleskopen suchen sie dabei nach sogenannten Biosignaturen. Das sind Spuren, die auf biologische Prozesse hinweisen.

Ein vielversprechender Hinweis ist das Gas Methan. Bei uns auf der Erde entsteht es unter anderem, wenn Lebewesen Essen verdauen. Viel Methan schwebt in unserer Luft, weil es Tiere und Menschen ausgepupst haben.

Spannend wird es, wenn Methan zusammen mit anderen Stoffen wie Sauerstoff oder Kohlendioxid entdeckt wird. Denn diese Gase reagieren miteinander und bauen sich ab. In dem Fall würde Methan anzeigen, dass es in diesem Augenblick entsteht und nicht vor langer Zeit.

Text und Bild: Philipp Brandstädter,
zunächst erschienen über dpa Nachrichten für Kinder, März 2026

Quellen:

Team Kayal

Noch mehr Geschichten aus der Forschung:

Mehr

Weißt du noch? So arbeitet unser Gedächtnis

CO2 speichern: Wie werden wir die Gase los?

Mehr Energie dank Höhenwindrad: Der Riese im Wald

Wie das alles duftet! Wie uns Aromen verführen

Weitere Geschichten

Mit dem Dunklen leben

Zähne zeigen: Was unsere Beißerchen über uns aussagen

Eine Erkältung hat gar nichts mit Kälte zu tun

Immer der Nase nach