Schuhe an, raus aus dem Haus und schon kann’s losgehen. Viele Leute joggen gern. Dabei kann man aber ein paar Dinge falsch machen. Vor allem Erwachsene…
Die Wege sind nicht mehr spiegelglatt. Die Finger frieren nicht mehr. Jetzt kann man endlich wieder mehr Zeit draußen verbringen. Auch beim Sport! Viele Leute gehen gern laufen. Das kann man so ziemlich überall machen und braucht keine Leute, die mitmachen. Wenn du auch mal joggen willst, haben Fachleute einen wichtigen Tipp: Die Abwechslung macht’s!
Leonie Krahl ist Physiotherapeutin. Sie untersucht, wie genau Menschen gehen und laufen. «Wichtig ist, nicht immer nur auf der Straße zu laufen», sagt sie. «Das ist nicht nur langweilig, sondern auch auf Dauer ungesund.» Viel besser sei des deshalb, immer mal durch den Wald zu rennen oder über eine Wiese. Dort gibt es kleine Hügel, weichen Boden und Wurzeln, über die man hüpfen kann.
Langsam verlernt
Diese Abwechslung ist vor allem im Wachstum wichtig. Wenn man mal seitwärts und mal rückwärts läuft, mal sprintet und mal springt, werden mehr Muskeln trainiert. Auch die Knochen werden stärker. «Sportarten wie Fußball oder Tennis sind deshalb für Kinder besonders gut», sagt Leonie Krahl. «Dort gibt es viele schnelle Bewegungen und Richtungswechsel.»
Je älter die Leute werden, desto mehr laufen sie nur noch gleichmäßig auf flachen Wegen. Dabei verlernen sie nach und nach das natürliche Laufmuster. Zudem tragen sie bequeme Schuhe, in denen die Füße den Boden kaum spüren. Die weichen Sohlen dämpfen jeden Schritt wie ein Kissen.
Das verändert die Art und Weise, wie wir laufen. «Die meisten Menschen berühren beim Joggen den Boden zuerst mit der Ferse», erklärt die Expertin. Danach rollt der Fuß nach vorn und stößt sich mit den Zehen ab. Doch dieser Fersenlauf staucht die Knie und erschüttert den Körper stark erschüttern. Du kannst es ausprobieren: Spring einmal in die Luft und lande nur auf den Fersen. Das fühlt sich hart an. So eine Erschütterung wandert durch den ganzen Körper.
Wie ein Känguru
«Eigentlich ist Laufen nämlich eher wie Hüpfen», erklärt Leonie Krahl. «Man macht einen kleinen Sprung nach dem anderen.» Wer viel springt, stärkt die Sehnen in den Beinen. «Ein gutes Beispiel ist das Känguru», sagt die Fachfrau weiter. «Es kann riesige Sprünge machen, weil seine Achillessehnen besonders lang und stark sind.»
Wer springt, landet normalerweise nicht auf den Fersen, sondern auf der Mitte des Fußes. Darauf kann man auch beim Joggen achten: Bei jedem Schritt setzt man mit der Mitte des Fußes auf. Der Fuß landet direkt unter dem Körper, nicht weit davor. Die Schritte sind dann etwas kleiner.
Sehr schnelle Läufer laufen sogar auf dem Vorderfuß. Ihre Fersen berühren den Boden kaum. Sie stoßen sich sofort wieder ab, wie eine gespannte Feder. Ihr Körper ist dabei anfangs nach vorn geneigt. Es sieht aus, als würden sie in ihre Laufrichtung hinein sptingen.
Achte einfach mal genauer darauf, wie und wo deine Füße den Boden berühren. Landest du auf den Fersen? Drückt das auf die Knie? Dann denke an das Känguru und seine Sprünge. So läufst du schneller und sparst auch noch Kraft dabei.
Richtige und falsche Schuhe
Fußballschuhe haben Stollen an der Sohle. Sie sorgen dafür, dass die Spieler auf dem Rasen nicht ausrutschen. Basketballer tragen Schuhe mit Sohlen aus einem besonderem Kunststoff. Die haften besser auf dem Hallenboden.
Für Jogger gibt es spezielle Laufschuhe. Ihre Sohlen dämpfen die Schritte. Das schont die Gelenke. Viele Laufschuhe haben außerdem eine sogenannte Sprengung. Das bedeutet: Die Sohle ist an der Ferse dicker als am Mittelfuß. Das kann das Laufen bequemer machen und den Fuß stabilisieren.
Für Kinder sind solche speziellen Schuhe nicht so wichtig. Fachleute sagen: Kinder sollten oft barfuß laufen oder Schuhe mit dünner, weicher Sohle tragen. So spüren die Füße den Boden besser. Das stärkt die Muskeln und das Gleichgewicht.
Text und Foto: Philipp Brandstädter,
zunächst erschienen über dpa Nachrichten für Kinder, April 2026
Quellen: