Habt ihr zu Hause auch irgendwo einen Kaktus auf dem Fensterbrett stehen? Das stachelige Ding gibt es in kugeligen und länglichen Formen und sieht hübsch aus. Außerdem muss man ihn nicht so oft gießen.
Vielleicht macht das ja den Kaktus zu einer besonders beliebten Zimmerpflanze. Kakteen sind genügsam. Während andere Pflanzen vertrocknen und eingehen, bleibt der Kaktus grün. Doch woran liegt das?
Stephanie Gasper kann das erklären. Sie ist Gärtnerin im Botanischen Garten in Berlin und pflegt dort jede Menge Kakteen aller Art. „Die große Vielfalt der Kakteen kommt ursprünglich aus Amerika“, erklärt die Fachfrau. „Ob im eisigen Kanada, in der Wüste von Mexiko oder in den steinigen Höhen der Anden: Überall müssen dort Pflanzen manchmal monatelang auf Regen warten.“
Kakteen gehören zu den sogenannten Sukkulenten. Diese Pflanzenart hat Strategien entwickelt, um so gut wie möglich Trockenzeiten zu überdauern. Stephanie Gasper erklärt: „Sukkulenten haben ihren Spross in einen Wasserspeicher umgewandelt. Er speichert das von den Wurzeln aufgesogene Wasser im sukkulenten Gewebe. Wie bei einem Schwamm, sozusagen.“ Zusätzlich entweicht über die Oberfläche viel weniger Wasser als etwa über die vielen Blätter anderer Pflanzen.
Schutz durch Dornen
Weil Kakteen dadurch in trockenen Gegenden selbst zur wichtigen Wasserquelle werden, haben es viele andere Lebewesen auf sie abgesehen. „Darum haben sich viele Kaktusarten mit Dornen ausgerüstet.“ Die Dornen sind Blätter, die spitz zulaufen und verhärten, um so Fressfeinde abzuhalten.
Einige Arten sind darüber hinaus gut gegen die Strahlung der Sonne gewappnet. Sie sind mal dicker, mal schlanker geformt, sodass sie sich selbst Schatten spenden. Manche Kakteen haben filzige, haarige, dichte Dornen, die die Sonnenstrahlen ablenken.
So erfreuen sich Kaktus-Freunde an einer großen Vielfalt verschiedener Arten der stacheligen Überlebenskünstler. Manche Leute pflegen ihre Kakteen ihr ganzes Leben lang. Einige Arten können schließlich weit über 100 Jahre alt werden.
Die richtige Pflege
Ein Kaktus mag genügsam sein und mit wenig Pflege zurechtkommen. Trotzdem kann man Kakteen auch so behandeln, dass es ihnen richtig gut geht. Dann wachsen sie und bilden manchmal auch wunderschöne Blüten.
Gärtnerin Stephanie Gasper weiß, was Kakteen mögen: „Ein geeigneter Platz an einem sonnigen Fenster nach Süden oder Westen. Vor dem nächsten Gießen sollte die Erde wieder trocken sein. Daher soll man Kakteen nicht zu häufig gießen. In den Wintermonaten genügt es oft alle vier bis sechs Wochen.“
Meist halten Kakteen auch Winterruhe. Dazu sollten einige Arten an einem kühlen und hellen Ort ohne Wasser untergebracht werden. Wer also einen hellen Hausflur hat, stellt seine Kakteen am besten von September bis April dort ab und lässt sie schlafen. Im Frühjahr gedeihen sie nach der Pause dann viel besser.
Text und Foto: Philipp Brandstädter,
zunächst erschienen über dpa Nachrichten für Kinder, August 2025
Quellen:
Weitere Geschichten über Tiere: