Er sorgt nicht nur für Ebbe, Flut und Licht in der Nacht. Er beeinflusst außerdem, wie schnell sich die Erde um sich selbst dreht. Wenn der Mond nicht wäre, würde es auf unserem Planeten ungemütlich.
Was für uns selbstverständlich ist, wissen wir auch nicht so richtig zu schätzen. Es ist zum Beispiel völlig normal für uns, dass jeden Morgen die Sonne aufgeht. Ähnlich normal ist es, wenn wir nachts den Mond am Himmel sehen. Doch was wäre eigentlich, wenn es den Mond nicht geben würde?
Der Mond umkreist die Erde und beeinflusst sie. Sein Licht erhellt die Nacht. Er sorgt für die Gezeiten. Das heißt: Durch ihn gibt es Ebbe und Flut an den Küsten unseres Planeten. Doch das ist längst nicht alles.
Kein Leben auf der Erde
„Ohne den Mond gäbe es wahrscheinlich gar kein Leben auf der Erde“, sagt Günther Hasinger. Er ist der Direktor der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Der Grund ist der: Damit Leben entstehen und sich entwickeln kann, braucht es Zeit. „Bis sich die erste lebende Zelle auf der Erde entwickelte, dauerte es drei Milliarden Jahre“, erläutert der Experte. Das konnte sich die Zelle auf dem Planeten auch leisten. Denn währenddessen hat sich die Umgebung nicht allzu sehr verändert. Auf der Erde herrschen seit laaanger Zeit recht ähnliche lebensfreundliche Bedingungen. Mond sei Dank!
Die Erde dreht sich in 24 Stunden einmal um sich selbst. Der Mond bremst sie dabei mit der Schwerkraft seiner Masse. Würde der Mond nicht um die Erde kreisen, würde sich unser Planet in acht Stunden um sich selbst drehen. Sie wäre also dreimal so schnell. „Das würde bedeuten, dass auf der Erde Winde mit Geschwindigkeiten von etwa 600 Kilometer pro Stunde herrschten“, erklärt Günther Hasinger. Jedes Leben auf der Erdoberfläche über Wasser würde einfach so entwurzelt, von den Beinen geholt und fortgeweht.
Stabile Achse
Außerdem hält der Mond die Erdachse stabil. So ist die Erde immer gleich zur Sonne geneigt. Der Nordpol bleibt immer im Norden und der Südpol immer im Süden. „Ohne Mond würde sich die Erdachse verschieben“, sagt der Fachmann. „Irgendwann würden sich die Polkappen am Äquator befinden.“ Dann würde es dort richtig heiß sein und das Eis würde schmelzen. Der Meeresspiegel würde stark ansteigen und die Kontinente überfluten.
Kurzum: Ohne unseren Mond wäre es auf der Erde ziemlich ungemütlich. Und außerdem vielleicht auch ein bisschen einsam. Gut zu wissen also, dass der Mond unser ständiger Begleiter ist und auch morgen wieder die Erde umkreist.
So ist der Mond entstanden
Bei den Himmelskörpern unterscheiden wir zwischen Planeten und Monden. Ein Planet umkreist eine Sonne. Ein Mond hingegen umkreist einen Planeten. Manche Planeten besitzen keine Monde, andere viele. Der riesige Planet Jupiter hat 79 Monde.
Jupiter ist so groß und so schwer, dass seine Schwerkraft andere Himmelskörper anzieht. Darum fliegen so viele kleinere und größere Gesteinsbrocken um ihn herum. Kleinere Planeten wie Venus und Merkur haben keine Monde. Auch die Erde dürfte eigentlich keinen Mond an sich binden. Das heißt: Unser Mond ist kein Brocken aus dem All, der von der Masse der Erde eingefangen wurde.
Unser Mond ist entstanden, weil ein anderer Planet in die Erde hineingestürzt ist. Dieser Urzeitplanet heißt Theia. Er soll vor über drei Milliarden Jahren als riesiger Stein in die Erde gefallen sein, als die noch aus flüssiger Lava bestand. Dabei gab es eine Riesenexplosion und viel Material wurde aus der Erde hinaus geschleudert. Aus diesem Material entstand der Mond. Forschende haben das herausgefunden, weil es auf unserer Erde dasselbe Gestein gibt, aus dem der Mond besteht.
Text und Foto: Philipp Brandstädter,
zunächst erschienen über dpa Nachrichten für Kinder, Januar 2022
Quellen:
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