Das Eis schmilzt

Treibhausgase heizen uns ein

Dass es auf der Erde mal wärmer und mal kälter ist, ist ganz normal. Doch wir haben diese Veränderung des Klimas rasant beschleunigt. Die Natur passt sich nur langsam an und gerät aus ihrem Gleichgewicht. Lebensräume verändern sich, was das Leben von Pflanzen, Tieren und auch uns Menschen bedroht. Dass sich unser Planet aufheizt, liegt an bestimmten Gasen in unserer Luft.

Die Luft besteht aus mehreren Gasen. Der größte Teil ist das Gas Stickstoff. Ein Fünftel der Luft besteht aus Sauerstoff. Das ist das Gas, das wir zum Atmen brauchen. Ein kleiner Teil der Luft ist das Edelgas Argon. Und dann gibt es noch einige geringe Spuren von Gasen. Eines davon ist zum Beispiel Kohlenstoffdioxid. Es wird auch CO2 genannt.

CO2 ist ein Gas, das wir weder sehen noch riechen können. Pflanzen brauchen es um zu wachsen. Wir atmen es aus. Und in Getränken wie Brause sorgt es für die Blubberblasen. CO2 heißt so, weil diese Buchstaben auf seine atomare Struktur hinweisen. Alles in unserem Universum ist aus Atomen aufgebaut. Kohlenstoffdioxid besteht aus drei Atomen: ein Kohlenstoff-Atom (dafür steht das C) und zwei Sauerstoff-Atome (dafür stehen die zwei O).

CO2, CH4, N2O

„Drei Atome machen einen Unterschied“, sagt der Experte Dominik van Pinxteren. Denn solche Bausteine mit wenigstens drei Atomen können die Energie der Sonnenstrahlen aufnehmen. Die Gase Stickstoff und Sauerstoff bestehen in ihren grundlegenden Bestandteilen nur aus je zwei Atomen und lassen die Energie der Sonne passieren.

„Doch ein Gas wie CO2 ist für die Strahlen empfänglich“, erklärt der Fachmann weiter. „Es wird von der Sonne in Schwingung versetzt und schickt die Wärme teilweise auf die Oberfläche der Erde.“ CO2 sorgt also dafür, Sonnenwärme auf der Erde zu halten. Je höher der Anteil dieser Gase in der Luft ist, desto wärmer wird es. Und hier kommen wir Menschen ins Spiel.

Indem wir etwa Öl verbrennen, um Motoren anzutreiben oder Gebäude zu heizen, pusten wir vermehrt CO2 in die Luft. Auch die Landwirtschaft heizt der Erde ein, vor allem die Viehhaltung. Die Tiere, die wir essen, rülpsen und pupsen reichlich das Gas Methan aus, auch CH4 genannt. Beim Düngen der Felder wird Lachgas freigesetzt, auch N2O genannt. Beide Gase reagieren ebenfalls auf die Sonnenstrahlen und tragen zum Klimawandel bei.

Je wärmer, desto mehr Energie

In den vergangenen 150 Jahren ist der Anteil des CO2 in der Luft angestiegen, besonders stark in den letzten 30 Jahren. Und der Wandel geschieht immer schneller. „Was zuvor in Millionen Jahren passieren konnte, verursachen wir Menschen in wenigen Jahrzehnten“, erklärt Dominik van Pinxteren. Das hat schwerwiegende Folgen auf unserem Planeten.

Je wärmer die Luftschichten über der Erde werden, desto mehr Energie haben sie. Was das bedeutet, können wir immer öfter in den Nachrichten verfolgen: Heftige Stürme und Hochwasser hier, lange Dürren und Waldbrände dort. Das Eis an Nord- und Südpol schmilzt, der Meeresspiegel steigt. Der Klimawandel gefährdet so jedes Leben auf der Erde.

Wenn es an einem Tag mal 24 oder 25 Grad hat, macht das für uns nicht viel aus. Wenn sich aber das gesamte Klima auf der Welt um einen Grad erwärmt, ist das ein Riesenunterschied. Denn es handelt sich um einen Mittelwert, hinter dem sich sehr viel größere Veränderungen des Wetters auf der Welt verbergen.

Gemeinsam gegen den Klimawandel

Aus diesem Grund versuchen wir, weniger klimaschädliche Gase zu verursachen. Wenn wir das schaffen, kann die Natur das CO2 nach und nach speichern, etwa in Pflanzen und in den Meeren. Doch um diese sogenannte Klimawende zu schaffen, müssen alle Menschen auf der Welt mitmachen. Und Fachleute befürchten, das uns dafür nicht mehr viel Zeit bleibt.

Sie fanden heraus: Wenn sich der Mittelwert noch stärker erhöht, gerät unser Klima auf der Welt außer Kontrolle. Deshalb einigten sich Politiker auf der ganzen Welt auf eine Vereinbarung. Sie machten aus, dass es künftig um höchstens 1,5 Grad wärmer werden darf. Auf diesen Plan verständigten sich die Länder der Welt mit dem sogenannten Pariser Klimaabkommen.

Um das Klimaabkommen einzuhalten, unternehmen manche Staaten nun viele Dinge: Sie lassen etwa diejenigen, die viel CO2 verursachen, hohe Steuern bezahlen. Oder sie versuchen umweltfreundlicher Strom herzustellen.

Auch wir Bürger können etwas fürs Klima tun. Wir können mit dem Fahrrad statt mit dem Auto fahren. Wir können unsere Zimmer nicht so stark beheizen. Oder Gemüse essen anstatt Fleisch. So könnten wir klimaschädliche Gase einsparen.

Text und Bild: Philipp Brandstädter,
zunächst erschienen über dpa Nachrichten für Kinder, Oktober 2021

Quellen

Bestandteile unserer Luft

Grundlagen zum Klimawandel

Bedeutung der Treibhausgase

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